5 Tipps, die Materialplanung effektiver zu gestalten

Wenn Sie auf diese Tipps zurückgreifen, sollte Ihre Materialplanung effektiver werden, da Sie und Ihr MRP- oder ERP-System präzise und verlässliche Daten sammeln, die zu rechtzeiteigen Lieferungen und einem klareren Bild über Ihren Bestand führen.

5 Tipps, die Materialplanung effektiver zu gestalten

Eine präzise und fortlaufende Materialplanung ist für jedes Fertigungsunternehmen ein entscheidender Faktor. Ohne sie riskieren Sie höhere Bestandskosten, unzufriedene Kunden, Bestandsmängel und weniger pünktliche Lieferungen. Ihr Produktionsplan könnte dadurch aus den Fugen gebracht werden, was aller Wahrscheinlichkeit nach weniger Gewinn zur Folge hat.

Die gute Nachricht lautet jedoch, dass keines dieser Risiken eintreten muss. Eine effektive Materialplanung unterstützt Sie bei der Produktion, der Bestandskontrolle und in anderen Bereichen, beispielsweise bei der Angebotserstellung, Arbeitsaufträgen, Stücklisten oder dem Shopfloor-Management. Mit einer verlässlichen Materialplanung können Hersteller damit rechnen, Verbesserungen bei der Kundenzufriedenheit, der Bestandskontrolle und letzten Endes beim Nettoprofit des Unternehmens zu sehen.

Unabhängig davon, ob Sie ein Materialbedarfsplanung (Manufacturing Resource Planning – MRP) oder Enterprise Resource Planning (ERP) System verwenden, das auf topmoderne Technologien zurückgreift, oder altmodische Tabellen, haben wir hier die fünf wichtigsten Tipps, mit denen Sie Ihre Materialplanung effektiver gestalten können:

1. Ihr Buchbestand muss präzise sein

5 Tipps, die Materialplanung effektiver zu gestalten

Garbage in, garbage out ist Ihnen im Zusammenhang mit Computerprogrammierung bestimmt ein Begriff. Falls Ihr Buchbestand fehlerhaft ist, können Sie sich auf die von Ihrem System generierten Daten nicht verlassen. Anders ausgedrückt: falls Ihre verfügbaren Mengen nicht stimmen, plant Ihr MRP- oder ERP mit falschen Zahlen.

Stellen Sie ebenfalls sicher, dass die Qualitätskontrolle sämtlichen Bestand in Ihrem System abgesegnet hat. Hat sie das nicht, ist Ihr tatsächlich verwendbarer Bestand geringer als Sie eigentlich annehmen, wodurch Ihre Materialplanung von schlechten Daten gefährdet und beeinträchtigt wird.

Die Wichtigkeit präziser Daten ist zwar gemeinhin bekannt, doch überraschenderweise geben viele Hersteller nicht sonderlich viel Acht auf eine genaue Dateneingabe. Das führt dazu, dass sie dem Rest ihrer Materialplanungsbemühungen erheblich schaden. Diese Bemühungen sollten sich auf sämtliche Kalender, Ressourcen, Bestände und Kapazitäten konzentrieren. Zahlen zu überprüfen und Periodenberichte einzuplanen wird Ihnen helfen sicherzustellen, dass die von Ihnen genutzten Daten aktuell sind.

2. Richtige Prognosen sollten eine Priorität sein

MRP- und ERP-Systeme ziehen normalerweise entweder Ihre offenen oder Ihre prognostizierten Verkäufe heran, um Ihren Materialbedarf zu kalkulieren. Ihre Prognose kann wiederum auf antizipierten Zahlen oder Produktionszahlen basieren. Wofür auch immer Sie sich entscheiden, das System wird die von Ihnen gewählten Daten nutzen, um Ihren Materialbedarf zu generieren.

Wenn Sie statt offener Verkäufe prognostizierte Verkäufe heranziehen, können Sie Ihren Materialbedarf für einen längeren Zeitraum bestimmen, der über Ihre aktuell laufenden Bestellungen hinausgeht. Außerdem erhalten Sie so den Vorteil, Ihre Produktions- und Personalbedarfe ebenfalls miteinzukalkulieren.

Die von Ihnen generierte Prognose ist nicht unbedingt in Stein gemeißelt (das sollte sie auch nicht!). Sie müssen flexibel bleiben, um im Falle von veränderten Bedingungen Änderungen vornehmen zu können. Viele Hersteller haben über das Jahr hinweg mit Fluktuationen zu tun. Diese Ungleichheiten bei der Nachfrage können Jahreszeiten, Feiertagen, Veranstaltungen oder Trends geschuldet sein. Um zu vermeiden, zu viel zu produzieren oder Nachfragen nicht mehr decken zu können, müssen präzise Prognosen zu einer Ihrer Prioritäten werden.

Ausgezeichnete MRP- und ERP-Lösungen können Sie unterstützen, Ihre Materialplanung und -prognosen zu verbessern. Ihr System wird mit historischen Verkaufsdaten gespeist, die Ihnen wertvolle Einblicke in Ihren zukünftigen Bedarf liefern sollten.

3. Berücksichtigen Sie Leadzeiten während der Materialplanung

Für Kunden- und Kaufaufträge brauchen Sie präzise Daten in Ihrem System. Im Idealfall sollte Sie Ihr MRP- oder ERP-System informieren, wann Sie Materialien für die Produktion benötigen. Zum Beispiel: Wann müssen Sie Ihre Bestellung aufgeben, damit Sie zwanzig Edelstahlplatten zur Herstellung Ihres Produkts rechtzeitig erhalten, um Ihr Produkt vor der Deadline zu produzieren?

Es ist entscheidend zu wissen, wie lange die Lieferung von Materialien ab dem Bestellzeitpunkt normalerweise dauert und wie lange Sie danach brauchen, Ihr Produkt zu fertigen. Um die Dinge noch präziser zu machen, können Sie die Zeit hinzufügen, die Ihr Qualitätsteam für die Prüfung und Freigabe der Materialien für Produktion und Versand benötigt.

Viele der heutigen MRP- und ERP-Systeme haben eine Reihe an Feldern, in denen Sie diese Daten eintragen können. Daraufhin empfehlen sie Ihnen, wann Sie einen Kaufauftrag aufgeben und mit der Produktion beginnen sollten.

4. Auditieren Sie Ihre Händler regelmäßig

An die Beachtung von Leadzeiten sind automatisch auch Prüfungen von Transaktionen nach Händler oder Artikelnummer gekoppelt. Durch diese Audits können Sie die die geplanten Leadzeiten mit Ihren tatsächlichen Leadzeiten vergleichen. Sie erkennen, wie gut Ihr Unternehmen für Ihre Kunden performt, und können diese Daten heranziehen, um Anpassungen vorzunehmen.

Eine Sache noch über Ihre Händler: Es kann praktisch und angenehm sein, immer auf dieselben Lieferanten zurückzugreifen, weil Sie dadurch beständige Qualität und Preise erhalten können. Durch den Aufbau einer Beziehung entsteht ein gewisses Vertrauen, das sowohl Ihnen als auch Ihren Lieferanten die Befangenheit nimmt, insbesondere wenn es um große Bestellungen geht.

Achten Sie jedoch darauf, diesen Wohlfühlfaktor nicht übermäßig zu betonen. Führen Sie regelmäßige Audits durch und prüfen Sie historische Transaktionen mit Ihren Händlern. Stellen Sie fest, wie sie in Sachen antizipierter Leadzeiten und tatsächlicher Leadzeiten performt haben. Diese Daten können für die Verbesserung Ihres Materialplanungsprozesses unbezahlbar sein.

5. Verstehen Sie Ihre Kapazität

Es reicht nicht aus, einen Produktionsplan aufzustellen, der auf präziser Materialplanung, der Verfügbarkeit von Mitarbeitern und der prognostizierten Nachfrage beruht. Sie müssen ebenfalls die verschiedenen Produktionshöchstgrenzen Ihrer Arbeitsstätten sowie den Platz, den Sie nutzen können, in Betracht ziehen.

Stellen Sie sicher, dass Sie Kapazität und Platz in Ihrer Produktionsgleichung berücksichtigen. Ansonsten könnte es zu Lieferverzögerungen kommen oder mehr Bestand anfallen als Sie lagern oder verschicken können.

Ihnen könnte ebenfalls gefallen 7 Schritte, das richtige ERP-System für ein kleines Herstellerunternehmen zu wählen.

Wenn Sie auf diese Tipps zurückgreifen, sollte Ihre Materialplanung effektiver werden, da Sie und Ihr MRP- oder ERP-System präzise und verlässliche Daten sammeln, die zu rechtzeiteigen Lieferungen und einem klareren Bild über Ihren Bestand führen.