Was ist die Durchlaufzeit?

Einfach gesagt ist die Durchlaufzeit die Zeit, die zur Fertigung eines Produkts benötigt wird. Allerdings geht es nicht nur darum, mit einer Stoppuhr neben dem Fließband zu stehen.

Durchlaufzeit
Angebotszeit, Leadzeit und andere Maße sind ebenfalls gängige KPIs bei der Bewertung des Unternehmenserfolgs.

Das Ziel der Fertigung lautet, Kunden mit hochwertigen Produkten zu versorgen, die zu einem Preis angeboten werden, der dem Unternehmen maximalen Gewinn einbringt und es gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben lässt.

Wenngleich die Kosten für Material, Arbeit, Steuern und andere Betriebsausgaben wichtig für die allgemeine Kostenstruktur zur Lieferung dieser Produkte sind, ist Zeit die entscheidende Komponente, die alles funktionieren lässt.

Angebotszeit, Leadzeit und andere Maße sind ebenfalls gängige KPIs bei der Bewertung des Unternehmenserfolgs.

Es ist jedoch kaum ein Maß so wichtig für die Lieferfähigkeit eines Unternehmens wie die Durchlaufzeit.

Was ist die Durchlaufzeit?

Da alle Unternehmensaspekte auf der Geschwindigkeit des Materialflusses durch die verschiedenen Fertigungsphasen basieren, ist die Durchlaufzeit entscheidend, um zu versehen, wie Materialien, Arbeit, Kapitalinvestitionen und andere Kosten bemessen werden.

Sie ist ebenfalls ein Schlüsselaspekt für Lieferkettenplanung, Prognosen, Kapazitätsplanung und Fertigungssteuerung.

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Wie immer gilt: Die Zeit drängt.

Die Durchlaufzeit ist die Zeit, die benötigt wird, um ein Produkt von Anfang bis Ende fertigzustellen.

Dies schließt seinen Zustand als Rohstoffe bis hin zu seiner Fertigstellung als fertiges Produkt ein, das für den Kunden versandbereit ist.

Da ein Großteil der Durchlaufzeit tatsächlich nicht mit Verarbeitung oder Fertigung in Maschinen verbracht wird, bieten präzise Durchlaufzeitmessungen Unternehmen die Möglichkeit, ihren Produktionszyklus zu verbessern, um die Durchlaufzeit zu verkürzen und Performance und Effizienz zu verbessern.

Die Durchlaufzeit ist die Summe aus vier verschiedenen Zeitintervallen:

  1. Verarbeitungszeit – Die Verarbeitungszeit ist die Zeit, die für die tatsächliche Produktion an einer Maschine verbracht wird. Mischen, Drehen, Mahlen, Nieten und endlose viele weitere automatisierte Schritte sowie der manuelle Zusammenbau zählen zur Verarbeitungszeit, wenn Rohstoffe in einem mechanischen Prozess in fertige Güter umgewandelt werden.
  2. Inspektionszeit – Da unterschiedliche Güter unterschiedliche Grade an Qualitätsüberwachung benötigen, setzt sich die Inspektionszeit aus der gesamten Zeit zusammen, die für die Prüfung von Bauteilen, Mischungen oder Unterbaugruppen aufgewendet werden muss, während sich das Produkt durch den Fertigungsprozess bewegt. Die kann automatische oder elektronische Tests einschließen sowie manuelle Prüfungen, die von Abtastungen, Belastungstests, Begutachtungen und sogar Geschmacks- und Geruchstests reichen können.
  3. Transportzeit – Obwohl viele Fabriken mit Bedacht auf optimalen Materialfluss gebaut sind, um Transport und Bereitstellungen zu minimieren, könnten andere Unternehmen ältere Gebäude oder vielseitige Flächen nutzen, wobei viele Bereitstellungen und lange Transportzeiten für halbfertige Erzeugnisse anfallen. Unabhängig vom Betrieb muss die Transportzeit präzise gemessen und in die Durchlaufzeit integriert werden. Die schließt die Zeit für den Transport von Unterbaugruppen oder teilweise verarbeiteten Materialien in und aus Produktionsbereichen genauso ein wie die Transportzeit zwischen einzelnen Arbeitsstationen.
  4. Wartezeit Wartezeiten sind sämtliche Zeiten, in denen Produkte vor Verarbeitung, Inspektion und Transport nicht bewegt werden.

Wenn diese Zeitzyklen addiert werden, kann eine gesamte Durchlaufzeit errechnet werden, die für die Fertigstellung einer jeden Einheit benötigt wird.

So können Produkte korrekt für die Verwendung in anderen geschäftlichen Aktivitäten berechnet werden, wie Planung, Preisgestaltung und Kapitalrendite (ROI) für Kapitalausgaben.

Fertigungsunternehmen können diese Zyklen ebenfalls nutzen, um Verbesserungspotenzial im Fertigungsprozess aufzudecken und diesen effizienter und kosteneffektiver zu machen.

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Und wie immer gilt auch: Zeit ist Geld

Dies gilt insbesondere für Transport-, Inspektions- und Wartezeit, wo Lean ManufacturingSix Sigma und andere fortlaufende Optimierungsprogramme die Kosten erheblich senken können, indem diese Zeiten verkürzt werden.

Und da mehr und mehr Betriebe sich für digitale Umwandlungen entscheiden, kann sogar die Verarbeitungszeit analysiert werden, um Trends und Mikrotrends zur Verbesserung der Gesamtdurchlaufzeit aufzudecken.

Die Berechnung der Durchlaufzeit

Wenngleich die Grundformel der Durchlaufzeit oben bereits diskutiert wurde, gibt es noch weitere Berechnungen in Bezug auf die Durchlaufzeit, um die Performance zu bewerten. Zu diesen zählen:

Rentabilität – Eine grobe Gleichung, bei der Durchlauf gleich Nettoverkäufen minus variable Kosten gilt.

Durchlaufeffizienz ‑ Die Durchlaufeffizienz kann berechnet werden, indem der Anfangsbestand gemeinsam mit der Gesamtdurchlaufzeit und der Durchsatzrate verwendet wird. Da Fertigungsunternehmen oft mehrere Einheiten auf einmal produzieren, kann es die Aufstellung einer Durchsatzrate Unternehmen möglich machen, die Mikrodaten der Produktion einer einzelnen Einheit nachzuvollziehen. Dies ist mit der Formel Bestand (I) gleich Rate (R) mal Zeit (T) oder I = R x T. Umgekehrt kann auch eine festgelegte Zeit und Bestandsniveau herangezogen werden, um die Rate zu berechnen: R = I / T.

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Analyse der Durchlaufzeit

Die Durchlaufzeit kann ein wertvolles Tool zur Analyse von Geschäftsprozessen und dem Verständnis von Performancezielen sein.

Sie kann auf wichtige ROI-Daten Hinweisen und helfen aufzudecken, wo Optimierungen vorgenommen werden können, und wann neue Investitionsgüter beschafft werden sollen.

Sie ermöglicht es Herstellungsunternehmen ebenfalls, wichtige finanzielle Entscheidungen zu treffen.

Der Prozess, Durchsatzdaten heranzuziehen, um zu bestimmen, ob neue Investitionen für die Produktion benötigt werden, nennt sich Systemorientierung.

Die Systemorientierung für den Durchsatz nutzt drei Formeln:

  • Umsatz – gesamte variable Kosten = Durchsatz
  • Durchsatz – Betriebsausgaben = Nettogewinn
  • Nettogewinn/Investitionen = Anlagenwert

Diese Formeln zeigen die Wichtigkeit auf, die Durchlaufzeit präzise zu messen, um wertvolle finanzielle Einblicke zu erhalten.

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Daten sind zweifellos die Kristallkugel im digitalen Zeitalter – nur dass sie Sie tatsächlich in die Zukunft blicken lassen.

Die Vorteile der Durchlaufzeit

Die Durchlaufzeit zu verstehen, bietet Unternehmen mehrere Vorteile.

Zunächst ermöglicht die Kenntnis um die Durchlaufzeit Fertigungsunternehmen zu verstehen, was benötigt wird, um die Nachfrage zu erfüllen. Dies könnte zusätzliche Arbeitsstunden nach sich ziehen, weitere Schichten oder den Kauf neuer Maschinen.

Zweitens hilft die Durchlaufzeit Unternehmen, Lieferketten und Bestand zu verwalten.

So können beispielsweise Massenaufträge für Rohstoffe verhandelt, präzise Lieferungen für Unternehmen mit Just in Time (JIT) Produktion geplant oder Lieferungen gestaffelt werden, um den Cashflow zu verbessern und Lagerhallenplatz mit zugehörigen Holdingkosten zu optimieren.

Schließlich lässt das Verständnis über die Durchlaufzeit Unternehmen ihren Workflow zu verwalten und die Fertigungseffizienz verbessern.

Durch die Einrichtung fortlaufender Optimierungsmethoden können Fertigungsmanager daran arbeiten, die Zeit für Inspektionen und Wartezeiten zu verringern und die Verarbeitungszeiten zu verfeinern.

Außerdem können sie diese Methoden an flexible und agile MRP- und ERP-Software koppeln, um Aufgaben zu automatisieren und in präzisen Stücklisten widerspiegeln zu lassen, damit sie mehr Zeit für andere Optimierungsinitiativen haben.

Sie können mehr über die Vorteile des Einsatzes eines MRP-Systems in dieser Liste der 8 wichtigsten Vorteile von MRP für Fertigungsunternehmen lesen

Fazit

Die Durchlaufzeit ist eine entscheidende Komponente in allen Fertigungsbetrieben.

Sie bietet Unternehmen wertvolle Einblicke in ihr Geschäft und liefert eine Roadmap für Optimierungspotenzial.

Außerdem treibt sie die Entscheidungsfindung auf Unternehmensebene für Finanz- und Investitionsentscheidungen voran.