Was ist der Master Production Schedule?

Der Master Production Schedule (MPS) ist ein Plan für die Produktion einzelner Endprodukte. Der MPS bricht die einzelnen Fertigungspläne herunter, um in jedem Zeitraum die zu produzierende Anzahl an Endprodukten aufzuzeigen.

Was ist der Master Production Schedule?

Jedes Endprodukt wird auch als Stock Keeping Unit oder SKU bezeichnet. Das Produktionsprogramm, das über einen Zeitraum entwickelt wird, wird auch Planungshorizont genannt. Der Planungshorizont reicht normalerweise zwischen 3 und 18 Monate, je nach Fertigungszyklen und Artikel.

Die Informationen oder Eingangsdaten, die den MPS speisen, sind die folgenden:

  1. Gesamtfertigungsplan, in Produkteinheiten
  2. Prognose eines jeden Endprodukts in Produkteinheiten
  3. Das aktuelle Bestellportfolio
  4. Das Lagerbestandsniveau
  5. Die verfügbare Produktionskapazität

Der MPS muss jederzeit gegen Kapazitätsengpässe der wichtigsten Ressourcen abgeglichen werden. Dieser Prozess heißt Grobplanung. Die Grobplanung identifiziert jedwede Undurchführbarkeiten in der Produktion, bevor der Plan betriebsbereit ist. Es wird empfohlen, seine Durchführbarkeit während des Planungshorizonts zu bewerten. Sobald der MPS ausgeführt ist, führt der Planer den Plan für den nächsten Zeitraum aus.

Der Planungshorizont sollte genauso lang sein wie die längste kumulierte Lieferzeit plus eine zukünftige Sichtbarkeitsperiode. Die kumulierte Lieferzeit ist der längste benötigte Zeitraum, um die Herstellungsaktivitäten des Produkts durchzuführen. Sie lässt sich anhand der Zeitstruktur des Produkts feststellen (Stückliste), indem nach der längsten Fertigungszeit für jeden Produktionsschritt gesucht wird.

Wie wird der MPS in einem Herstellungsunternehmen verwendet?

In Anbetracht der heutigen Komplexität bei der Herstellung, hilft ein MPS zu entscheiden:

  • Was produziert werden soll
  • Welche Losgrößen gewählt werden sollen
  • Wann produziert werden soll
  • Welche Sequenz angwendet werden soll

Um einen MPS erfolgreich einzuführen, müssen Sie verstehen, dass sein Zweck nicht die Angabe von Mengen und Lieferzeiten der Produkte ist. Der MPS ist vielmehr ein fester Vertrag zwischen Verkauf und Produktion. Er definiert, was die Fertigung produziert, und ist keineswegs eine Prognose.

Es gibt Fertigungsvariablen, die der Planer beim Betrieb des MPS berücksichtigen muss. Diese Variablen lauten:

  1. Chargenkriterien
  2. Sequenzeinschränkungen
  3. Einrichtungszeiten
  4. Kapazitäts-Übersättigung

Die Vorteile der Arbeit mit einem MPS

Einem Fertigungsunternehmen werden mehrere Vorteile geboten, wenn es einen MPS einführt. Diese werden nachfolgend beschrieben:

  • Er bietet eine solide Basis, auf der die Verkaufsprognose aufgebaut, verbessert und verfolgt werden kann.
  • Er bietet eine solide Basis, um die gewünschte Lagerbestandshöhe festzulegen.
  • Es bietet eine solide Basis, um als Teil der nächsten Phase des MPS die Menge von zu erwerbenden oder produzierenden Teilen, Teilkomponenten oder Rohstoffen zu kalkulieren.
  • Er bietet eine solide Basis zur Kalkulation der erforderlichen Arbeitskräfte und Schichten, als Teil der nächsten Phase des MPS.
  • Er ermöglicht die Optimierung der eingerichteten Kapazitäten und gleicht die Belastung im Werk aus.
  • Die Fertigung kann die Produktion und die Wartungskosten schätzen, die mit den Arbeitszentren in Zusammenhang stehen.
  • Die Finanzabteilung des Unternehmens kann Einkommen und Kosten aus dem MPS ableiten und eine Prognose über den Cashflow des Unternehmens abgeben. Dies hilft weitere Finanzberichte aufzustellen, wie Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen und Investitionspläne.
  • Die Personalabteilung kann den MPS nutzen, um den Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften vorherzusehen.

Der MPS sollte den Business-Plan so nah wie möglich reflektieren. Dies erfordert eine ständige Aktualisierung von allen Abteilungen des Unternehmens. Sollte die Marketing-Abteilung eine Verkaufsaktion planen, muss die dadurch gesteigerte Nachfrage im MPS und der Prognose reflektiert sein. Sollte das Vertriebsteam dem Verkauf einer Produktlinie zugunsten einer anderen abraten, müssen MPS und Prognose angepasst werden.

Der MPS hilft der Marketing- und Vertriebsabteilung, wenn eine Werbekampagne geplant ist. Dank dieser Ressource ist es möglich, den tatsächlichen Plan mit der Planungsabteilung zu diskutieren und zu bestätigen.

Die Tatsache, dass zwischen den einzelnen Abteilungen ein hoher Grad der Zusammenarbeit erreicht wird, ist an und für sich schon ein großer Vorteil. Der MPS stellt die Grundlage zur Erstellung des Materialbedarfsplans (MRP). Der MRP arbeitet detaillierter, sowohl beim Herunterbrechen der Zeit als auch der Artikel.

Merken Sie sich, dass beim MRP jederArtikel in seine Komponenten oder Teile heruntergebrochen wird. Für den Einkauf und die Produktionsabteilung könnte es möglich sein, zusätzliche Nachfrage für Produkte zu decken. Sie können ausreichende Komponentenmengen und erforderliche Unterbaugruppen finden, die für die Produktherstellung notwendig sind.

Hier können Sie sich einen kostenlosen Master Production Schedule herunterladen.

Potenziell anormale Situationen für einzelne Artikel

Es gibt potenzielle unerwünschte Situationen, mit denen ein Planer in Bezug auf einzelne Artikel oder SKUs umgehen muss. Bei der Arbeit mit dem MPS wird der Planer folgendes in Betracht ziehen:

  • Ob es Leerbestände gibt
  • Ob Materialungleichewichte in der Supply Chain bestehen
  • Ob es Engpässe gibt, die Einschränkungen in der Manufacturing Supply Chain hervorrufen.
  • Sämtliche weitere Eventualitäten

Der Unterschied zwischen Master Production Schedule und Produktionssteuerung

Beim MPS wird wiederkehrend optimiert. Das bedeutet, dass die zu produzierenden Mengen einer jeden Einheit auf vorher angegebenen Eingaben und Einschränkungen basieren. Das Endergebnis ist der Produktionsplan. Dieser Plan ist nicht statisch, sondern wird wöchentlich oder monatlich aktualisiert.

Merken Sie sich, dass es beim MPS um Planung geht und damit um mehr als um bloße Steuerung.

Die Produktionssteuerung gibt nur eine Antwort darauf, wann (normalerweise anhand einer Zeitlinie) die Dinge in chronologischer Reihenfolge erledigt werden müssen. Ein typisches Beispiel wäre eine Person, die Dinge im Terminplan festlegt. Dies umfasst eine Liste der Aktivitäten im Kalender und manchmal, wer dafür die Verantwortung übernimmt.

Der MPS schließt Planungsaktivitäten und viele Kategorien, Abteilungen, Ressourcen und Menschen mit ein. Diese Kategorien lassen sich detaillierter aufbrechen und an mehrere Teammitglieder verteilen. Diese Teammitglieder werden sich gleichzeitig koordinieren und zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Unternehmensziel zu erreichen.

Der MPS ist jedoch nicht dasselbe wie die Produktionsplanung (PP). Die Produktionsplanung ist eine vorherige Stufe, die den Produktionsgrad auf einer höheren Stufe und weniger detailliert definiert. Sie bestimmt die Produktionsmenge in Bezug auf Produktfamilien, nicht auf einzelne Artikel.

Die PP definiert beispielsweise die Menge an zu produzierenden Stühlen, während der MPS die einzelnen SKUs berücksichtigt. Der Planungshorizont der PP ist in diesem Fall also mittelfristig, von 6 Monaten bis zu 24 Monaten. Die PP hilft festzulegen, welche Ressourcen benötigt werden, und bestimmt die Lagerbestandshöhe auf höheren Stufen.

Das ist ein wirkungsvoller Plan für das Top-Management, durch den es das Unternehmen aus Sicht der Fertigung sehen kann.