Produktionsbuchhaltung – Ein simpler Leitfaden

Die Produktionsbuchhaltung ist ein interner Geschäftsmanagementprozess, der Manager unterstützt, ein Auge auf die finanzielle Leistung ihres Fertigungsbetriebs zu halten. Dieser Artikel sieht sich die grundlegenden Prozesse an, welche die Produktionsbuchhaltung informieren, und definiert die relevantesten Begriffe.

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Was ist die Produktionsbuchhaltung?

Die Produktionsbuchhaltung ist eine Gruppe an Bestands- und Produktionsmanagementprozessen für die Überwachung und Kontrolle der mit der Herstellung von Produkten zusammenhängenden Kosten. Die manchmal auch Produktionskostenrechnung genannte Produktionsbuchhaltung nutzt hierfür Techniken, mit denen ein Unternehmen Einblicke in die finanzielle Leistung seiner Produktionsprozesse erhält, wodurch es die betriebliche Effizienz und Kontrolle erhöhen kann. Der Prozess hängt hauptsächlich mit der Kalkulation wichtiger Kennzahlen zusammen, wie den Gesamtherstellkosten, den Herstellungskosten, den Selbstkosten, sowie Entscheidungen über die Bestandsbewertung und die für den bestimmten Anwendungsfall des Unternehmens am besten geeigneten Produktionskostenkalkulationsmethoden.

Im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung, welche die finanzielle Leistung des gesamten Unternehmens ermittelt und diese Dritten in Form von Jahresabschlüssen darstellt, ist die Produktionsbuchhaltung speziell darauf ausgerichtet, zu messen, was innerhalb einer Fabrik oder Produktionsstätte geschieht – wie viel jedes verkaufte Produkt in der Herstellung kostet, wie viel Gewinn es einbringt usw. Sie ist demnach also in erster Linie ein interner Geschäftsmanagementprozess, der auf eine bessere Entscheidungsfindung bei Budgetierungen, Kostenkontrollen, Analysen von Beschränkungen und Gewinnspannen usw. abzielt.

Da sie hauptsächlich als internes Entscheidungsfindungswerkzeug eingesetzt wird, muss die Produktionsbuchhaltung in der Regel keine finanziellen Standards und Verfahren einhalten, wie etwa die allgemein anerkannten Grundsätze der Rechnungslegung oder den International Financial Reporting Standard (IFRS). Eine relevante Ausnahme ist jedoch die Bestandsbewertung, die zu Steuerzwecken allgemein mit der regionalen Rechtsprechung konform sein muss. Produktionsunternehmen nutzen häufig Daten aus Produktionsbuchhaltungsprozessen, um konforme Finanzberichte zusammenzustellen. Gute Bestandsmanagement- und MRP-Software-Systeme stellen Produktionsbuchhaltungsdaten ebenfalls automatisch in sofort verwendbare Berichte zusammen.

Produktionskosten erklärt

Das Hauptaugenmerk der Produktionsbuchhaltung liegt auf der Verfolgung und Kontrolle der verschiedenen kostenorientierten Kennzahlen der Produktion. Beginnen wir mit den grundlegendsten und sehen wir uns diese etwas genauer an.

Gesamtherstellkosten

Die große Frage, die jedes Produktionsunternehmen beantworten muss, um seine finanzielle Situation verstehen zu können, lautet: Wie hoch sind die Gesamtkosten, die mit der Herstellung unserer Produkte zusammenhängen? Die Kennzahl, die diese Frage beantworten möchte, sind die Gesamtherstellkosten oder die gesamten Fertigungskosten. Die Gesamtherstellkosten werden berechnet, indem alle mit der Produktion von Gütern zusammenhängenden Kosten aufaddiert werden. Diese Kosten fallen in die Kategorien direkte Kosten und indirekte Kosten.

  • Direkte Kosten sind, wie der Name schon sagt, jene Kosten, die direkt mit der Produktion bestimmter Güter zusammenhängen. Die direkten Kosten unterteilen sich in direkte Materialkosten, direkte Arbeitskosten und direkte sonstige Kosten. Direkte Materialkosten sind die Kosten für die Beschaffung aller Bestandsartikel, aus denen ein Fertigerzeugnis besteht. Mit anderen Worten handelt es sich um die Gesamtkosten für die Beschaffung aller Komponenten in einer Stückliste. Die direkten Arbeitskosten stellen die gesamten Ausgaben für die Arbeit aller Personen dar, die an der Herstellung eines Fertigerzeugnisses beteiligt waren. Darunter fallen also die Arbeitskosten eines jeden Arbeiters, der speziell an der Fertigstellung eines Produkts arbeitet. Sonstige direkte Kosten sind Kosten wie Lizenzgebühren oder Patentrechte, die pro Produktionseinheit gezahlt werden. Alles in allem werden die direkten Kosten auch als Selbstkosten bezeichnet.
  • Indirekte Kosten, auch als Fertigungsgemeinkosten bekannt, sind alle Ausgaben eines Produktionsbetriebs, die nicht an die Produktion bestimmter fertiger Erzeugnisse gebunden sind, aber trotzdem von Unternehmen bezahlt werden müssen, um weiter tätig bleiben zu können. Zu ihnen zählen indirekte Kosten für Material und Arbeit, Vorräte und Reparaturteile, Mieten und Nebenkosten, Abschreibungen, Finanzkosten und so gut wie alles andere, das ein Produktionsunternehmen zahlen muss und nicht zu den direkten Kosten zählt. Beispiele für indirekte Materialien und Arbeit sind Wartungsgeräte, Reinigungsvorräte, Ausgaben für unterstützende Produktionsmitarbeiter, Qualitätskontrollmitarbeiter, Produktionsleiter usw.

Eine simple Formel für die Kalkulation der Gesamtherstellkosten ist:

Gesamtherstellkosten = (Direkte Materialkosten + direkte Arbeitskosten + direkte sonstige Kosten) + Fertigungsgemeinkosten

Oder anders ausgedrückt:

Gesamtherstellkosten = Selbstkosten + Fertigungsgemeinkosten

Gewinn und Verlust der Fertigung

Die Berechnung der Gesamtherstellkosten ist entscheidend, um Einblicke in die finanzielle Gesundheit eines Fertigungsunternehmens zu erhalten und den Betrieb kosteneffizienter zu gestalten. Eine weitere wichtige Kennzahl, die sich aus ihr ergibt, ist der Gewinn oder Verlust einer Fabrik. Diese Kennzahl bestimmt die Differenz zwischen den Produktionskosten eines Endprodukts und seinem Marktwert. Sind die Produktionskosten niedriger als der Marktwert eines Produkts, wird ein Aufschlag hinzugerechnet, der den Betriebsgewinn ausmacht. Sind die Produktionskosten jedoch höher, wird der Wert negativ, was einen Verlust für das Unternehmen bedeutet. Produzenten entscheiden auf dieser Grundlage, ob sie ein Produkt oder eine Unterbaugruppe entweder selbst herstellen oder besser von extern beschaffen sollen.

Herstellungskosten und Selbstkosten

Die Gesamtherstellkosten informieren außerdem über zwei wichtige Kennzahlen zur Bestimmung des Bruttogewinns und der Bruttomarge eines Unternehmens – Herstellungskosten und Selbstkosten

  • Während die Gesamtherstellkosten alle Kosten eines Produktionsbetriebs als Ganzes angeben, beschränken sich die Herstellungskosten nur auf die Güter, die während eines Zeitraums fertiggestellt wurden. Falls zum Ende des Produktionszeitraums Produkte nicht fertiggestellt wurden, werden diese in den Herstellungskosten nicht berücksichtigt. Falls die gesamte Produktion innerhalb des Zeitraums abgeschlossen wird, entsprechen die Herstellungskosten den Gesamtherstellkosten. Die Berechnung der Herstellungskosten ist wichtig für Produzenten, weil sie einen wertvollen Einblick auf die Höhe der Produktionskosten und Gewinne abhängig von den Verkäufen am Ende des Abrechnungszeitraums liefert.

Herstellungskosten = Anfangsbestand halbfertiger Erzeugnisse + Gesamtherstellkosten – Endbestand halbfertiger Erzeugnisse

  • Aufbauend auf den Herstellungskosten stellen die Selbstkosten nur die Gesamtkosten der Güter dar, die innerhalb eines Abrechnungszeitraums verkauft wurden. Sie werden verwendet, um dem Bruttogewinn zu berechnen und damit den Nettogewinn des Unternehmens zu schätzen. Die Selbstkosten werden in der Erfolgsrechnung als Ausgabe angegeben und liefern Unternehmen Einblicke darüber, rentable Preise festzulegen, das zu versteuernde Einkommensniveau zu ermitteln und die Rentabilität zu verfolgen.

Selbstkosten = Anfangsbestand fertiger Erzeugnisse + Herstellungskosten – Endbestand fertiger Erzeugnisse

Variable und fixe Kosten

Es gibt noch viele weitere kostenzentrische Kennzahlen in der Produktion, die die Kontrolle über die Budgetperformance des Produktionsbetriebs verbessern und effektivere Entscheidungen über Produktionskapazitäten treffen lassen, wie etwa Gesamtkosten, Durchschnittskosten und Grenzkosten. Außerdem muss unterschieden werden zwischen variablen und fixen Kosten.

Variable Kosten sind Ausgaben, die ein Unternehmen proportional zu seinem Produktionsvolumen trägt. Wenn die Produktionsmenge steigt, steigen auch die variablen Kosten und umgekehrt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Kosten für die Verpackung von Fertigerzeugnissen oder für Versorgungsleistungen wie Heizung und Wasser sowie bestimmte Arbeitskosten. Variable Kosten sind liquide und können angepasst werden. Fixe Kosten hingegen umfassen konkrete Ausgaben, die allgemein nicht einfach angepasst werden können. Dazu gehören Ausgaben wie Hypothekengebühren für Lagereinrichtungen, Lagermieten, Bankkredite, Abschreibungen von Maschinen und Anlagen sowie bestimmte Arbeitskosten. Ein Einblick in die variablen und fixen Kosten hilft Produzenten, Entscheidungen über Produktionsmengen zu treffen, sich an Markttrends anzupassen usw.

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Bestandsbewertung

Da sich alle mit der Produktion zusammenhängenden Kosten in verschiedene Kostenarten aufteilen, fällt auch physischer Bestand in eine von drei grundlegenden Bestandskategorien: Rohmaterialbestand, halbfertige Erzeugnisse oder fertige Erzeugnisse. Die Funktion von Rohmaterialbestand und Bestand an fertigen Erzeugnissen ist selbsterklärend. Halbfertige Erzeugnisse sind jedoch ein bisschen komplexer. Sie setzen sich aus Artikeln zusammen, die bereits im Produktionsprozess sind, allerdings noch nicht fertiggestellt wurden.

Diese Unterscheidung ist aus Sicht der Produktionsbuchhaltung wichtig, da für die Bestände an halbfertigen Erzeugnissen bereits einige Produktionskosten wie Material-, Arbeits- und Gemeinkosten angefallen sind, die berücksichtigt werden müssen, damit die Buchführung die finanzielle Lage korrekt wiedergibt. Der Wert der Bestände spielt eine große Rolle für die Finanzen und die Rentabilität eines Unternehmens, da er sich direkt auf die Selbstkosten, die Herstellungskosten und die Steuerlast auswirkt. Tatsächlich können große Teile der Produktionsbuchhaltung als Aspekte des größeren Bestandsmanagementprozesses betrachtet werden.

Die Berechnung von Bestandswerten

Es gibt eine Reihe von Methoden zur Bestandsbewertung, die jeweils für verschiedene Anwendungsfälle und Märkte oder für verschiedene Produktionsarten von Vorteil sind. Diese werden im Allgemeinen als Bestandsbewertungs- oder Kalkulationsmethoden oder Kostenflussannahmemethoden bezeichnet. Da sich die Bestandsbewertung direkt auf die Steuerlast auswirkt, ist das Verfahren normalerweise reguliert und muss in den USA den Generally Accepted Accounting Principles (GAAP) beziehungsweise in anderen Ländern den International Financial Reporting Standards (IFRS) entsprechen. Obwohl es viele verschiedene Methoden zur Berechnung des Bestandswertes gibt, lassen GAAP und IFRS nur vier davon zu – FIFO, LIFO, SE und WAC. Lassen Sie uns diese kurz durchgehen:

  • Die First In – First Out Methode oder FIFO basiert auf der Annahme, dass der erste produzierte Artikel auch als erster Artikel verkauft wird beziehungsweise dass der erste Rohmaterialartikel als erster in halbfertigen Erzeugnissen verarbeitet wird. Da Artikelpreise aufgrund von Inflation normalerweise mit der Zeit steigen, ermöglicht FIFO eine höhere Bewertung des Endbestands. Das bedeutet niedrigere Selbstkosten und ein höherer ausgewiesener Gewinn. Gleichzeitig bedeutet das jedoch auch ein höheres zu versteuerndes Einkommen.
  • Die Last In – First Out Methode oder LIFO ist das Gegenteil von FIFO und nimmt an, dass der letzte produzierte Artikel als erster verkauft wird beziehungsweise das neueste Rohmaterial als erstes in halbfertigen Erzeugnissen verarbeitet wird. Die LIFO-Methode maximiert normalerweise die Selbstkosten und minimiert die Endbestandswerte, was zu einer Verringerung des Nettoeinkommens führt und dadurch die Steuerlast senken kann.
  • Die Methode der spezifischen Identifizierung (SE) ist die einfachste Bestandsbewertungsoption. Bei der SE wird davon ausgegangen, dass der Preis jedes einzelnen Bestandsartikels separat erfasst wird, wodurch eine möglichst genaue Bestandsbewertung möglich ist. Die SE-Methode kann realistischerweise nur von bestimmten Branchen des verarbeitenden Gewerbes und vor allem von Einzelherstellern angewandt werden, da es kaum praktikabel ist, beispielsweise einzelne Zahnstocher oder Muffin-Toppings zu erfassen.
  • Die Methode der gewichteten Durchschnittskosten (WAC) ist ein Mittelweg, bei dem die Kosten der zum Verkauf verfügbaren Artikel durch die Anzahl der zum Verkauf stehenden fertigen Artikel geteilt werden. Daraus ergeben sich die gewichteten Durchschnittskosten pro Einheit, die sowohl dem Endbestand als auch den Herstellungskosten zugeordnet werden können. Die gewichteten Durchschnittskosten sind z. B. für unseren oben erwähnten Zahnstocherhersteller nützlich, bei dem die Einzelkosten pro Einheit nur sehr schwer oder unmöglich zuzuordnen sind.

Inventurzählung

Neben der Bestandskalkulation pro Teil ist es ebenfalls wichtig, die gesamte Anzahl vorliegender Bestandsartikel zu verfolgen. Die zwei gängigen Methoden hierfür sind die laufende Inventur und die Stichtagsinventur.

  • Die Stichtagsinventur organisiert die Inventurzählung zwischen vorher bestimmten Zeiträumen. Alle Bestandsartikel werden physisch gezählt und die Selbstkosten entsprechend berechnet. Das Stichtagsystem ist nützlich für kleinere Unternehmen mit weniger Bestand, der sich aus relativ einheitlichen Artikeln zusammensetzt. Der Nachteil dieser Methode ist, dass die Daten über die Bestandsniveaus nur direkt nach der Zählung genau sind.
  • Die laufende Inventur ist komplexer, liefert dafür aber genauere Daten über die Bestandsniveaus. Sie verlässt sich darauf, fortlaufend Daten über alle Bestandsbewegungen zu sammeln. Folglich lassen sich auch die Selbstkosten fortlaufend berechnen. Die laufende Inventur ist fast ausschließlich möglich dank computergestützter Bestandsmanagementsoftware. In den meisten Anwendungsfällen ist ein laufendes Inventursystem Stichtagsinventursystemen deutlich überlegen, wenngleich es an Kosten für die Einführung zweckbestimmter Software gebunden ist.

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Produktionskalkulationsmethoden

Ein letzter Aspekt der Produktion, der die Produktionsbuchhaltung weitgehend informiert, ist die Produktionskalkulation. Da es in der Regel relativ unkompliziert ist, die Einzelkosten zu addieren, geht es hier vor allem um die Ermittlung des produktbezogenen Anteils der Gemeinkosten. Es gibt verschiedene Kalkulationsmethoden, die jede auf ihre eigene Weise in die Kostenrechnung einfließen. Lassen Sie uns Ihnen im Folgenden vier der gängigsten Verfahren vorstellen.

Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung ist möglicherweise die gängigste Kalkulationsmethode. Sie basiert auf der Berechnung von Standardsätzen für direkte und indirekte Kosten von Produkten. Diese vorher festgelegten „Standards“ basieren normalerweise auf bisherigen Erfahrungen des Unternehmens und werden häufig aktualisiert, um Marktfluktuationen zu berücksichtigen.

Die Plankostenrechnung ist äußerst nützlich, um Budgets zu erstellen und zu verfeinern, da sie vordefinierte Kostenschätzungen liefert, die sich gegen tatsächliche Ausgaben aufwiegen lassen. Unternehmen erhalten dadurch einen Einblick in ihre Ausgaben und können Ineffizienzen aufdecken. Der größte Nachteil liegt hingegen darin, diese Standards fortlaufend zu aktualisieren, was bei sich häufig ändernden Marktbedingungen sehr aufwändig sein kann.

Auftragskostenrechnung

Die Auftragskostenrechnung kalkuliert die Kosten pro Produktionsprojekt oder Einheit, was sie allem voran für Auftragsfertiger, Bauunternehmen und ähnliche Produzenten nützlich macht. Ein typischer Auftragskostenprozess für ein Projekt summiert dessen direkte Kosten und addiert den Anteil der Gemeinkosten eines Unternehmens proportional zu verwendeten Lagerplätzen, Nebenkosten usw. hinzu, die dem Projekt zugeteilt wurden.

Die Auftragskostenrechnung ist vorteilhaft, um nahezu exakte Kostenwerte pro fertiggestelltem Projekt oder Gut zu erhalten. Manchmal ist sie jedoch schwer zu verwalten, da individuelle Verfolgungen und Kostenzuweisungen zeitaufwendig sein können.

Prozesskostenrechnung

Diese Kalkulationsmethode ähnelt der Auftragskalkulation, berechnet jedoch die Einzelkosten durch Addition der direkten Kosten und Gemeinkosten pro Verarbeitungsschritt im Lebenszyklus eines Produkts und nicht pro Einzelteil oder Auftrag. Das macht sie zu einer vorteilhaften Kalkulationsmethode für Prozesshersteller und andere Unternehmen, die ansonsten eine große Anzahl identischer Einheiten produzieren.

Die Prozesskostenrechnung spart Zeit, weil die Kosten nicht für jede einzelne Einheit berechnet werden müssen. Der Nachteil ist, dass die Kosten pro Einheit ungenau werden können, da die Aufrundung der Kosten pro Prozess zu Diskrepanzen führen kann.

Kostenzuordnung nach Tätigkeiten

Die Kostenzuordnung nach Tätigkeiten ist eine gängige, wenn auch komplexe Kalkulationsmethode, die sich darauf verlässt, die indirekten Kosten aller Produktionsaktivitäten separat zu erfassen und diese dann Kostenblöcken zuzuteilen – sprich Gruppen an verbundenen Gemeinkosten, die durch bestimmte Tätigkeiten entstehen. Die Gemeinkosten eines Kostenblocks werden dann durch die Anzahl der Artikel in der Tätigkeit geteilt, um den Tätigkeitensatz zu erhalten – einen fixen Betrag, der den Kosten einer jeden Einheit hinzugefügt wird.

Die Kostenzuordnung nach Tätigkeit ist eine sehr genaue Kalkulationsmethode, die hilft, indirekte Kosten in die Preisgestaltung einzubeziehen. Sie kann jedoch schwerer umzusetzen sein als die Plan- oder Auftragskostenrechnung, weil ein detaillierterer Überblick über die Produktionsprozesse benötigt wird.

Produktionsbuchhaltung – beste Verfahren

Wie wir gesehen haben, bietet die Produktionsbuchhaltung Einblicke in Prozesse, die für die finanzielle Gesundheit Ihres Fertigungsunternehmens von grundlegender Bedeutung sind. Wenn sie mit ausreichender Sorgfalt durchgeführt wird, bietet die Produktionsbuchhaltung einen Überblick über alle Betriebskosten eines Unternehmens und ermöglicht es Managern, fundierte Entscheidungen zu treffen, um den Umsatz zu steigern und den Gewinn zu erhöhen. Lassen Sie uns zum Abschluss dieses Artikels einen Blick auf einige beste Verfahren im Bereich der Fertigungsbuchhaltung werfen, die ganz oben auf Ihrer To-Do-Liste stehen sollten.

  • Finanzielles Knowhow erhöhen – Zwar sollten Sie die meisten komplexen finanziellen Angelegenheiten Ihren professionellen Buchhaltern überlassen, allerdings zahlt es sich trotzdem aus, die finanzielle Seite Ihres Produktionsbetriebs zu verstehen. Ein großer Teil der Produktionsbuchhaltung hängt damit zusammen, Berichte zu erstellen, damit das Management besser informierte Entscheidungen treffen kann. Demnach ist es entscheidend, dass Entscheidungsträger finanzielle Daten ausreichend nachvollziehen können.
  • Frühzeitig zwischen Einnahmenüberschussrechnung und Periodenrechnung entscheiden – Bei der Einnahmenüberschussrechnung handelt es sich um eine Buchführungsstrategie, bei der Ausgaben und Gewinne erst dann ausgewiesen werden, wen Gelder physisch den Besitzer wechseln. Die Periodenrechnung hingegen ist eine kompliziertere, wenn auch möglicherweise nützlichere Strategie, bei der die Transaktionen unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlungen zum Zeitpunkt des Verkaufs ausgewiesen werden. Die Periodenrechnung ist unter Produzenten die weitaus beliebtere Option. Viele kleinere Hersteller entscheiden sich jedoch weiterhin für die Einnahmenüberschussrechnung. Wenn Sie planen, Ihr Geschäft zu vergrößern, sollten Sie bedenken, dass die Einnahmenüberschussrechnung in den USA nur in Ausnahmefällen von der IRS akzeptiert wird und auf Unternehmen mit einem durchschnittlichen Jahresumsatz von weniger als 26 Millionen Dollar beschränkt ist.
  • Realistisch budgetieren und investieren – Die Aufstellung eines Ausgabenbudgets zu Beginn einer Finanzperiode kann eine große Hilfe sein, Risiken zu minimieren und Investitionen zu verwalten. Das Budget sollte stets von Experten festgelegt werden und auf einer gründlichen Einsicht in die bisherige finanzielle Leistung des Unternehmens sowie auf einer Marktanalyse basieren. Großinvestitionen sollte auf ähnliche Weise eine strenge Durchführbarkeits- und Rentabilitätsanalyse vorausgehen.
  • Geldmittel stets verfügbar halten – Unerwartete Ausgaben können in einem modernen Produktionsumfeld sehr plötzlich auftreten. Sollten alle Geldmittel eines Unternehmens in Anlageposten oder Bestand gebunden sein, könnte es Ihrem Unternehmen einen heftigen finanziellen Schlag verpassen, wenn Sie nicht auf Notfälle oder geschäftliche Gelegenheiten reagieren können. Zahlungen und Kosten sollten demnach strategisch abgedeckt sein. Es wäre eine gute Idee, auch effektive Bestandskontrollen einzuführen – optimale Bestandsniveaus macht nicht nur Gelder frei, die ansonsten in unnötigem Bestand gebunden wären, sondern minimieren auch Gemeinkosten und Verschwendung.
  • Leistungsfähige Produktionsbuchhaltungssoftware verwenden – Manuelle Buchführung ist zwar möglich, aber in den meisten Fällen äußerst unpraktisch. Software für die Produktionsbuchhaltung ist darauf ausgelegt, den Großteil der Buchhaltung zu automatisieren, und kann den finanziellen Einblick und die Effizienz des Bestandsmanagements erheblich verbessern. Gute Anbieter gehen weit über die einfache Berechnung von Kostenkennzahlen und die Erstellung von Berichten hinaus – sie können die Analyse von Trends enorm vereinfachen, intelligente Prognosen erstellen, Compliance-Standards einbeziehen und vieles mehr.

Wie empfehlen Softwares, die gut in Ihre allgemeine Lösung fürs Produktions- und Bestandsmanagement eingebunden sind. Dies stellt reibungslose Datenbewegungen zwischen Fertigung, Lagerhallen und Büros sicher und vereinfacht das Management Ihres Unternehmens. Falls Sie noch kein ERP-System für die Produktion eingeführt haben, sollten Sie eines mit integrierter Rechnungslegungsfunktion in Betracht ziehen. MRPeasy enthält beispielsweise Produktkostenschätzungen, intelligentes Reporting und Integrationen mit großen Finanzsoftwareanbietern wie Xero und QuickBooks Online.

Die wichtigsten Schlüsselpunkte

  • Die Produktionsbuchhaltung ist eine Gruppe an Bestands- und Produktionsmanagementprozessen für die Überwachung und Kontrolle der mit der Herstellung von Produkten zusammenhängenden Kosten.
  • Der Prozess hängt hauptsächlich mit Betriebsabrechnungspraktiken und der Durchführung von Bestandsbewertungen und Produktionskalkulationen zusammen.
  • Die wichtigsten Kennzahlen, die die Produktionsbuchhaltung verfolgt, sind die Gesamtherstellkosten, die Fertigungsgemeinkosten, die Herstellungskosten und die Selbstkosten.
  • Zu den besten Verfahren für die Produktionsbuchhaltung zählen das finanzielle Knowhow zu erhöhen, eine geeignete Buchhaltungsstrategie zu wählen, realistische Budgets aufzustellen, den Cashflow zu verwalten und eine geeignete Buchhaltungssoftware für die Produktion zu wählen.
  • Eine Buchhaltungssoftware für die Produktion sollte gut mit dem allgemeinen Bestandsmanagementsystem integriert sein, damit keine Daten dupliziert werden und die betriebliche Effizienz gesteigert wird.

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