Industriemaschinen-KMUs stehen vor einem Wandel

Hersteller von industrieller Ausstattung und Industriemaschinen sind der Eckstein der Fertigungsindustrie. Als Entwickler von Technologien zur Effizienzerhöhung in anderen Unternehmen standen Industriemaschinenhersteller schon immer an der vordersten Front von industriellen Innovationen. Heute sind diese Veränderungen besonders tiefgreifend.

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Die Industrie im Zentrum des Wandels

Der Sektor für Industriemaschinen und industrielle Ausstattung leistet den mitunter größten Beitrag zur Fertigungsbranche auf der ganzen Welt. Einerseits sind Maschinenhersteller das Rückgrat von Industrienationen wie den USA, China, Deutschland und Japan und bieten Millionen Menschen einen Arbeitsplatz (allein 1,1 Millionen in den USA). Andererseits beliefern sie zahllose andere Branchen (einschließlich ihre eigene) mit der Technologie, die Effizienz erheblich zu erhöhen, Kosten zu senken und Energie zu sparen. Von Bauern bis Produzenten, von Konstrukteuren bis Bergbauern – jeder Sektor verlässt sich auf sie.

Heutzutage befinden sich allein in den USA zehntausende Unternehmen, die Industriemaschinen herstellen. Neben den Produktionsgiganten wie General Electric, Parker Hannifin und Caterpillar besteht der Großteil des Industriefertigungssektors jedoch aus KMUs. Die Probleme und Veränderungen, die kleine und mittelgroße Unternehmen von heute erleben, könnten im Vergleich zu den gigantischen Störungen und Innovationen in größeren Unternehmen ebenfalls klein wirken, doch insgesamt könnte ihr Effekt sogar größer sein.

Es führt kein Weg vorbei, dass wir uns inmitten eines allumfassenden digitalen Wandels befinden. Und wenngleich jede Branche von ihm betroffen ist, stehen die Hersteller von Industriemaschinen im Zentrum dieses Wandels.

Doch was genau verändert sich und was können KMUs tun, um am Ball zu bleiben?

Die Verlagerung von Bedürfnissen

Laut einer Studie von 2016 von der Aberdeen Group bewegt sich die Industriemaschinenbranche auf größere Komplexität, kundenindividuellere Produkte und schnellere Markteinführungen zu, um besser auf sich ändernde Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Das bedeutet, dass die Seriengrößen kleiner werden, oftmals bis auf eine einzige Einheit, und Hersteller neue Produktionsmethoden finden müssen, um effizient und kosteneffektiv zu bleiben, während sie gleichzeitig Individualisierungsoptionen anbieten und kurze Leadzeiten einhalten können. Das ist keineswegs eine leichte Aufgabe, insbesondere in Unternehmen, die an alte Methoden gewohnt sind und sich auf jahrzehntealte Technologie und Wissen verlassen.

Die neuen Methoden des Maschinenbaus

Mit dem Wandel zur Industrie 4.0 verändert sich sowohl die Natur von Industriemaschinen als auch wie Maschinenbauer sie entwickeln. Kunden fordern immer mehr Automatisierung und Konnektivität, was die explosive Entwicklung von Industrierobotern und dem Internet der Dinge befeuert und gleichzeitig komplexere Stücklisten und Produktionsprozesse nach sich zieht.

Wenngleich das vor zehn Jahren noch deutlich höhere Ausgaben in der Prototypenphase bedeutet hätte, können diese neuen Maschinen und Prozesse heutzutage virtuell modelliert und simuliert werden. Mit der Einführung der Open-Source-Produktion, einschließlich öffentlich geteilter Designs und der additiven Herstellung, können die Kosten hinsichtlich Design, Prototypenherstellung und sogar der Fertigung selbst erheblich gesenkt werden.

Selbst die Art und Weise, auf die Bauteile produziert werden, verändert sich langsam von maschineller Bearbeitung zur additiven Herstellung, wobei 3D-Drucker immer fähiger werden, hochwertige, robuste Präzisionsteile aus Metall zu drucken.

Servitization

Ein weiterer Trend, den Maschinenhersteller verzeichnen, ist der Wandel vom einfachen Maschinenbau hin zur gleichzeitigen Bereitstellung von Dienstleistungen, was den Begriff „Servitization“ geprägt hat. Servitization bedeutet im Grunde genommen das Angebot einer Komplettlösung, eines „Outcome as a Service“. Die Aufgabe, Teilelieferungen zu organisieren, Reparatur- und Wartungsdienst anzubieten und sogar Performanceanalysen aufzustellen, wird langsam aber sicher von den Maschinenbauern selbst übernommen.

Die Durchführung dieser Dienstleistungen und der Verkauf der Produkte bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Sie eine Lösung anbieten. Eine Lösung ist erst geboren, wenn Sie sich selbst in die Prozesse Ihres Kunden integrieren und Daten sammeln, um Entscheidungen für ihn zu treffen, was zu verbesserten Maschinenleistungen, Geschäftsprozessen und Bilanzergebnissen führen kann. Anstatt Inputs können OEMs „Outcomes“, also Ergebnisse, verkaufen und so die Kundenzufriedenheit und ihre eigene Gewinnmarge erhöhen.

Digitalisierung

Moderne Hersteller von industrieller Ausrüstung wenden sich langsam aber sicher an digitale Lösungen, um ihre Workflows zu verbessern, seien es Modellierungs- und Simulations-Softwares, Internet der Dinge Lösungen, mit denen Produktions- und Maschinenleistungsdaten erfasst werden können, oder Ausrüstung, die aus der Ferne gesteuert werden kann.

Zwar sind diese fortschrittlichen Lösungen immer noch die Domäne größerer Unternehmen und aktuell gerade erst in die Peripherie von KMUs eingetreten, allerdings gibt es bereits digitale Lösungen, die als erster Schritt der Digitalisierung gesehen werden können:  ERP-Systeme für die Fertigung. Was moderne ERP/MRP-Software von jahrzehntealten Softwares unterscheidet, ist dass sie kostengünstig und anwenderfreundlich sind und speziell für KMUs entwickelt wurden.

Nachhaltigkeit

Ein weiterer wichtiger globaler Trend, der die Herstellungsbranche beeinflusst, ist das Bestreben nach mehr Nachhaltigkeit. Sowohl Regierungen als auch die Öffentlichkeit – und demnach auch Investoren – drängen Unternehmen dazu, industrielle Emissionen zu senken, Abfall zu minimieren und Umweltschäden zu reduzieren.

Hier spielen neue Technologien und Materialien eine immer entscheidendere Rolle, allerdings ist auch eine Veränderung an den geschäftlichen Praktiken nötig. Während Lösungen für erneuerbare Energien rasant ansteigen, werden Maschinen effizienter und nachhaltigere Materialien wirtschaftlich rentabler. Die Lieferkettenstörungen der letzten Jahre haben außerdem das Bedürfnis nach Reshoring geschaffen, sprich die Fertigung wieder näher an den Verbraucher zu bringen.

Die Lösung für KMUs

Was sollen kleine und mittelgroße Industriemaschinenhersteller (und, was das anbelangt, auch alle anderen Hersteller) also tun? Die Lösung ist relativ simpel: sie müssen neue Technologien begrüßen und ihr Unternehmen besser früher als später umwandeln. Jeder Monat, in dem Sie mit der Einführung einer neuen Technologie warten, die Sie wettbewerbsfähiger machen würde, ist ein Monat, den Sie an Vorsprung vor Ihren Konkurrenten herausholen können.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich auf die Einführung vom Internet der Dinge, fortschrittlicher Robotertechnik, Maschinenlernen oder anderen industriellen Innovationen stürzen sollten, ohne vorher Ihre Bedürfnisse sorgfältig zu kennen. Der erste Schritt hin auf den digitalen Wandel eines Herstellers sollte stets die Einführung eines  ERP/MRP-Systems sein.

Ein ERP/MPR-System arbeitet als Infrastruktur für den Datenaustausch im gesamten Unternehmen. Es sammelt Geschäftsdaten und analysiert sie, um die Produktionseffizienz zu verbessern, den Bestand zu organisieren und mit ihm einhergehende Kosten zu senken, die Planungsgenauigkeit und Sichtbarkeit in der Lieferkette zu erhöhen sowie einen präzisen Echtzeit-Überblick über andere geschäftliche Aspekte zu bieten. All das legt den Grundstein für besseren Kundenservice, Abfallreduktion und ein erheblich kosteneffektiveres Unternehmen. Weiterhin kann die erfolgreiche Einführung einer ERP/MPR-Software den Weg bereiten für weitere Innovationen.

Die wichtigsten Schlüsselpunkte

  • Der Sektor für Industriemaschinen und industrielle Ausrüstung leistet den mitunter größten Beitrag für die weltweite Herstellungsbranche. Er bietet Millionen Menschen einen Arbeitsplatz und entwickelt Technologien, mit denen andere Branchen effizienter werden.
  • Selbst wenn heutzutage jede Branche den schnellen Veränderungen unterliegt, die dem digitalen Wandel und Lieferkettenstörungen geschuldet sind, stehen Hersteller für Industriemaschinen im Zentrum dieses Wandels.
  • Einerseits bewegt sich die Industriemaschinenbranche auf größere Komplexität, kundenindividuellere Produkte und schnellere Markteinführungen zu, was bedeutet, dass Hersteller neue, effizientere und schnellere Methoden finden müssen, ihre Produkte zu entwickeln und herzustellen.
  • Innovationen im Maschinenbau, wie virtuelle Modelle und Simulationen oder 3D-Druck, machen die Erstellung von Prototypen und die Markteinführung von Produkten leichter und kosteneffektiver.
  • Ein weiterer Trend, den sich Maschinenhersteller gegenübergestellt sehen, ist Servitization. Servitization bedeutet im Grunde genommen, eine Komplettlösung anzubieten, ein „Outcome as a Service“, also das Angebot von Reparatur- und Wartungsdiensten und sogar die Durchführung von Performanceanalysen, nachdem die Maschine verkauft wurde.
  • Hersteller werden außerdem dazu gedrängt, industrielle Emissionen zu senken, Abfall zu minimieren und Schäden an der Umwelt zu reduzieren, indem sie effizientere Maschinen, erneuerbare Energien und nachhaltigere Materialien nutzen sowie ihre Produktion reshoren.
  • Die Lösung, mit diesen Änderungen Schritt zu halten, ist die nötigen Schritte zu ergreifen, um der Konkurrenz nicht hinterherzuhinken. Der allererste Schritt sollte hierbei die Einführung eines ERP/MRP-Systems sein.

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